Mythos Hinterkaifeck – Sonderausstellung im Bayerischen Armeemuseum

Wenn ihr aus der Region um Schrobenhausen kommt, ist euch das Verbrechen von Hinterkaifeck sicherlich ein Begriff.
Eine Familie, die entlegen im Einsiedlerhof Hinterkaifeck lebt, wird in einer Nacht im Jahr 1922 ermordet. Sämtliche Familienmitglieder, sogar die beiden kleinen Kinder, sterben auf qualvolle Weise.
Motiv? Unklar. Täter? Bis heute nicht gefunden.

Kein Wunder also, dass der Mordfall von Hinterkaifeck auch jetzt noch die Menschen bewegt. Zahlreiche Bücher auf Basis dieses Geschehens wurden schon veröffentlicht. Doch was in jener Nacht tatsächlich in Hinterkaifeck geschah, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

Wenn ihr euch von dem Geschehen selbst ein Bild machen wollt, solltet ihr die Sonderausstellung „Mythos Hinterkaifeck“ im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt auf keinen Fall verpassen.
Hier werden die Hintergründe der Tat sowie die polizeilichen Arbeiten spannend aufbereitet gezeigt. Die Beziehung der einzelnen Familienmitglieder zueinander, das Auffinden des Hofs nach der Tat und einzelne Zeugenaussagen werden hier aufgearbeitet.

Turm Triva Museum Ingolstadt

Wie ihr vielleicht erahnen könnt, hat mir die Ausstellung sehr gut gefallen. Ich fand es sehr interessant, noch mehr Informationen über die Tat zu bekommen.

Die Ausstellung findet im Bayerischen Polizeimuseum im Turm Triva (beim Klenzepark) in Ingolstadt statt und ist nicht nur bei schlechtem Wetter ein echter Geheimtipp! Die Sonderausstellung ist noch bis September 2018 dort zu finden.

Bayerisches Polizeimuseum Ingolstadt

Öffnungszeiten:

Di-Fr     9.00 bis 17.30 Uhr
Sa-So  10.00 bis 17.30 Uhr

Eintrittspreise:

6,00 € (ermäßigt 5,00 €).
Er beinhaltet auch den Eintritt in die Dauerausstellung des Bayerischen Polizeimuseums. Hier könnt ihr alte Polizeifahrzeuge, Klamotten und Einrichtungsgegenstände aus alten Polizeiinspektionen bestaunen.

Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem Besuch dort und freue mich über eure Erfahrungsberichte. Hat es euch dort gefallen? Könnt ihr euch vorstellen, die Ausstellung zu besuchen? :)
Ich bin gespannt!
Kerstin

Weihnachtsmarkt Birkenheide

Heuer fand erstmals an den ersten beiden Adventswochenenden der romantische Weihnachtsmarkt in der Birkenheide zwischen Geisenfeld und Vohburg an der Donau statt. Während dort im Sommer ein schöner Biergarten am kleinen See vorzufinden ist, verwandelt sich der Ort zur Vorweihnachtszeit in ein Weihnachtsdorf mit vielen kleinen Hütten und glänzenden Lichtern.

Weihnachtsmarkt-Birkenheide-3

Ursprünglich war es geplant, die Parkplätze an den umliegenden Wiesen von Birkenheide zu nutzen. Durch das nasskalte Wetter war das leider nicht möglich, weshalb zusätzliche Parkplätze in den umliegenden Orten Ilmendorf und Münchsmünster geschaffen wurden. Von dort aus und aus dem Audi Sportpark Ingolstadt fuhren zahlreiche Shuttlebusse. Hierfür wurden spezielle Niederflurbusse organisiert, die vor allem Familien mit kleinen Kindern und Senioren das Einsteigen erleichtern sollen.
Wir entschieden uns dafür, in Vohburg zu parken und einen kleinen Spaziergang zum Weihnachtsmarkt zu unternehmen.

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CAFÉ KATE NEUBURG

Herbstzeit ist Genusszeit – und deshalb geht es für uns heute nach Neuburg an der Donau, genauer gesagt ins Café Kate. Das Café am Theaterplatz ist ein echter Geheimtipp für alle Kuchenfans. Ähnlich wie die Zuckermonarchie in Hamburg ist das Café Kate super liebevoll eingerichtet und ist ein echtes Unikat.

Cafe-Kate-Neuburg-Donau-Altmuehltal

Hier macht Naschen Spaß! An der Kuchentheke gibt es eine große Auswahl an Leckereien. Und wer es lieber etwas deftiger mag: Neben all den Torten und Cupcakes gibt es hier auch selbstgemachte Sandwiches. Bis 14 Uhr könnt ihr im Café Kate euer Frühstück genießen. Leckere Menüs warten auf euch ;)
Total süß: Zu Kaffee und heißer Schokolade gibt es ein kleines Gebäck. Eine Teekanne, die aussieht wie die Teekanne aus dem Logo von Café Kate! <3

Cafe-Kate-Neuburg-Donau

Und wenn ihr schon in der Nähe des Neuburger Schlosses unterwegs seid: Schaut euch doch auch die wunderschöne Grotte dort an.
Alle Infos zum Café Kate sowie die genauen Öffnungszeiten findet ihr hier.

Ich freue mich über eure Meinungen zum Café und andere tolle Café-Tipps in der Altmühlregion ;) Lasst es euch gutgehen!
Kerstin

SIMBACH AM INN (Gastbeitrag)

Als ich 19 war, ging ich von zu Hause weg, um zu studieren. Dazu blieb ich immerhin in Bayern. Gegen Ende meines Studiums lebte ich ein Jahr in Mittelengland, kehrte aber zurück nach Bayern. Einige Jahre nach dem Studium zog es mich noch weiter weg, nach Berlin. Eine wundervolle Stadt, in der ich mich sehr wohl fühlte. Trotzdem bin ich seit einigen Wochen zurück in meiner Heimat in Niederbayern. Im Haus meiner Eltern. Seitdem erst fällt mir bewusst auf, wie viel es in dieser Region unseres Landes zu sehen gibt.

Niederbayern – Simbach am Inn

Geographisch gehören wir zum niederbayrischen tertiären Hügelland, das eine glückliche Mischung von Wald, Feld und Wiese ist. Und dazwischen ein paar kleine Städtlein. Die höchste Erhebung, der Schellenberg bei Simbach am Inn, ist gerade mal 549,2 m hoch. Trotzdem ist er der höchste Punkt zwischen den Alpen und dem Bayerischen Wald. Bei günstigen Sichtverhältnissen und vor allem bei Föhnwetter kann man von jeder Erhebung aus ein wunderbares Alpenpanorama genießen.

Das Landschaftsbild ist noch sehr von der Agrarwirtschaft geprägt und auch wenn hier mehr und mehr Bauernhöfe nicht mehr bewirtschaftet werden, finden sich immer noch viele Viehzuchten, Milch- und Getreidebauern. Für Erkundungen mit dem Fahrrad bieten sich die vielen kleinen Landstraßen an, überall findet man kleine Kapellen, Wäldchen oder Seen.

Wenn ich gefragt werde, woher ich komme, antworte ich meist nur „Ganz im Süden von Bayern, an der Grenze zu Österreich“. Die meisten wollen dann wissen, welche größere Stadt in der Nähe ist – es gibt keine. Zumindest keine, die irgendjemand kennen würde. Die nächstgelegene bekannte Stadt ist tatsächlch Passau, und München in die andere Richtung. Simbach am Inn, wo ich zu Schule ging und wo man hier fast alles findet, was man zum Überleben braucht, ist etwa 10 km entfernt und hat etwa 10.000 Einwohner.

Wenn sich das für Dich erst einmal nach einer richtig langweiligen Gegend anhört, möchte ich Dir heute 9 Gründe nennen, warum Du trotzdem in Simbach am Inn Urlaub machen solltest:

  1. Im Umkreis gibt es am Rande des Flusses Inn viele Badeseen und einen Kiesstrand an einem Ausläufer vom Inn, eigentlich ein Kieslager, ein Betriebsgelände aber immer voller Badegäste. Wusstet ihr, dass es 83 verschiedene Kieselstein-Arten im Alpenvorland gibt?
  2. Direkt an Simbach vorbei führt der Inn-Radweg, der sich von Maloja (Innquelle in der Schweiz) bis Passau (Mündung des Inns in die Donau) über mehr als 500km erstreckt. Für weniger ambitionierte Radfahrer bietet es sich an, vielleicht auch nur eine kleine Etappe davon zu erkunden.
  3. In weniger als 30 km Entfernung findet ihr das Rottaler Bäderdreieck: Drei Thermal-Kurorte mit zahlreichen verschiedenen Thermalbädern und Saunalandschaften.
  4. Ebenso schnell seid ihr, am Inn entlang, im wunderschönen Burghausen. Hier wartet nicht nur eine historische Altstadt, in der regelmäßig ein Jazz-Festival stattfindet, sondern auch die längste Burg Europas. Wenn Du Glück hast, ist gerade Burgfest-Zeit.Pixabay
  5. Ganz in der Nähe liegt auch Marktl am Inn: Die Geburtsstadt des ehemaligen Papstes Benedikt XVI.: Hier könnt ihr bei Interesse das Papst-Geburtshaus mit Papstmuseum oder das Heimatmuseum besuchen.
  6. Im gleichen Atemzug möchte ich euch die Stadt Altötting ans Herz legen. Seit dem ersten Wunder von 1489, als ein ertrunkenes Kind gerettet wurde, ist Altötting die bedeutendste Wallfahrtsstätte in der Umgebung. Das dort aufgestellte Gnadenbild, die „Schwarze Madonna“, steht dort seit dem 14. Jahrhundert. Kerzenrauch und chemische Veränderungen färbten das Holz im Laufe der Zeit schwarz.
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  7. Naturfreunde und Vogelbeobachter kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Im Europareservat „Unterer Inn“, das sich über viele Kilometer erstreckt, gibt es nicht nur vom frei zugänglichen Vogelturm aus viel zu sehen. Ich kenne sonst keinen Ort in Deutschland mit freilebenden Flamingos und über 250 weiteren Vogelarten – das ist mehr als die Hälfte aller in Europa angesiedelten Arten. Auch Biber gibt es hier.
  8. Wer Kinder im Gepäck hat und ihnen ein Erlebnis bescheren will, der erreicht den Bayernpark in Reisbach in weniger als einer Autostunde von Simbach aus.
  9. Auch für Tagesausflüge gibt es mehr als genug Ziele: Passau, Chiemsee, die ersten Alpenerhebungen, Salzburg, München, Regensburg – das alles ist in weniger als 2 Stunden zu erreichen.

Johanna führt gleich zwei Blogs – zum einen Rubbelbatz , wo sie über das Leben als Mama bloggt, zum anderen Sonnen-Geflecht.de . Dort beschäftigt sie sich mit Therapiemöglichkeiten und der seelischen Gesundheit. Zwei Blogs zum rundum wohlfühlen – schaut doch mal vorbei!

BURGHAUSEN

Wenn ihr in Bayern lebt, werdet ihr bestimmt den Radiospot der längsten Burg Europas kennen. Klar, die Rede ist von Burghausen. Daher kenne zumindest ich die exakt 1051 Meter lange Burg.
Als Fan von alten Gemäuern war es also klar, dass ich einen Ausflug dorthin unternehmen will. Und das, obwohl Burghausen direkt an der Grenze zu Österreich liegt – also vom Altmühltal doch ein ganz schönes Stück entfernt.

Panorama-Burghausen

Nach einigen Stunden Fahrt – hier empfiehlt es sich übrigens vor allem während der Ferienmonate auf die Landstraße zurückzugreifen – waren wir dann endlich dort. Auf dem Weg zur Burg kommt man am Wöhrsee vorbei. Ein wunderschöner, klarer See, in dem man auch baden kann. Von dort aus lässt sich die Burg bestaunen und entlang einer Weide, auf der Schafe grasen, führen uns die Stufen nach oben zur längsten Burg.

Burghausen-Burg

Burghausen-Innenhof

Dort angekommen kann man entweder den wunderbaren Ausblick genießen oder das schöne Wetter im Restaurant genießen. Die Kulisse scheint auch bei Hochzeitsfotos sehr beliebt zu sein – denn allein in der ersten Stunde laufen uns drei Paare mitsamt Fotografen über den Weg.

Damit die Bildung nicht zu kurz kommt: Hier gibt es neben einer interessanten Burgführung auch drei Museen. Das Burgmuseum, das Stadtmuseum und zu guter Letzt ein Museum der Fotografie.

Burghausen-Burghof

Wenn ihr dann noch Zeit und Lust habt, solltet ihr den Rückweg auf der gegenüberliegenden Seite nehmen. Dieser führt euch direkt in die Stadt Burghausen. Am Stadtplatz angekommen könnt ihr entweder in Richtung Salzach spazieren oder ihr bestaunt die schönen Gebäude der Altstadt.
Schaut auch auf jeden Fall bei den Grüben vorbei. Das Stadtviertel entstand bereits im Mittelalter und beheimatet nicht nur zahlreiche Läden, sondern auch die Street of Fame. Ein echtes Muss für Jazz-Fans, denn hier haben sich einige bedeutende Jazz-Künstler verewigt.

Pfingstrosen-Mauer

PS: Auf dem Hin- (und auch Rückweg) über Österreich kommt ihr an einem Aussichtspunkt vorbei. Direkt an einer scharfen Kurve (auf der gegenüberliegenden Seite der Salzach) geht es zum Aussichtspunkt Burghausen. Biegt dort auf jeden Fall ab, der Blick über die Burg ist unbezahlbar!

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

REGENSBURG (Gastbeitrag)

Diesmal entführe ich euch für die tolle Blogparade „Einmal quer durch Deutschland“ nach Regensburg.

Regensburg ist meine Heimatstadt und eine meiner Lieblingsstädte in Deutschland.  Einst war sie eine blühende Handelsmetropole und politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches – mittlerweile ist sie eine der besten erhaltenen mittelalterliche Großstädte und auch seit 2006 UNESCO-Welterbe.

 Regensburg Dom

Die Altstadt von Regensburg

Bei schönem Wetter durch die Altstadt schlendern, gehört für mich zu einem absoluten Muss in Regensburg. Diese lässt sich gut selbst zu Fuß erkunden, doch auch eine Stadttour kann ich nur empfehlen. Zu den schönsten und originellsten gehören für mich die Führungen der Stadtmaus.

Die Stadtmaus bietet Erlebnisführungen und Genussabenteuer an. Zweiteres habe ich leider noch nicht gemacht, doch die Erlebnisführungen waren sehr spannend und interessant. Speziell geschulte Schauspieler und Stadtführer führen durch die verschlungenen Gassen von Regensburg und machen eine sonst etwas “trockene” Stadtführung zu etwas Besonderem.

Neupfarrplatz

Der Neupfarrplatz liegt mitten im Herzen von Regensburg. Die zwei bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Document Neupfarrplatz und die Neupfarrkirche. Hier herrscht auf jeden Fall immer ein reges Treiben, da sich dort auch der Kaufhof mit vielen Geschäften und Cafés/Eisdielen befindet. Weiter geht es zum Domplatz.

Domplatz

Der Domplatz ist wohl der bekannteste Platz Regensburgs, da der Dom die Hauptattraktion von Regensburg sein dürfte. Der Domplatz besteht besser gesagt aus zwei verschiedenen Plätzen, die jedoch inzwischen gemeinsam den Domplatz bilden. Den Dom St. Peter würde ich natürlich bei einem Besuch in Regensburg besichtigen – dieser zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Gotik in Bayern! Falls ihr mehr über den Domplatz und seine spannende Geschichte erfahren wollt, kann ich euch die Tourismusseite der Stadt empfehlen. Vom Domplatz aus gehen wir Richtung Kohlenmarkt und Haidplatz.

Haidplatz

Der Haidplatz ist einer der ältesten und traditionsreichsten Plätze. Besonders schön ist der Lucreziamarkt in der Adventszeit, der auf dem ganzen Platz aufgebaut wird und bis zum Kohlenmarkt geht. Im Sommer sind vor allem die Freiplätze im Goldenen Kreuz empfehlenswert.

Bismarckplatz

Der Bismarckplatz ist der „kommunikativste“ Platz Regensburgs. Hier ist dank dem Stadttheater ein Haupttreffpunkt von Mensch und Kultur. Vor allem bei Studenten ist der Platz im Sommer sehr beliebt und deshalb meistens wirklich voll. Sehr zu empfehlen ist hier ein Essen in der Filmbühne!

Ausflugsziele rund um Regensburg

Von Regensburg aus lassen sich viele tolle Ausflüge in die nähere Umgebung machen. Eine sehr beliebte Unternehmung ist eine Schifffahrt auf der Donau zur Walhalla, einem der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler des 19. Jahrhunderts. Viele Wanderwege und Radtouren starten in Regensburg oder führen durch die Stadt in das Umland  z.B. der Altmühltal-Panoramaweg oder der Donauradweg.

Abensberg, die Kelheimer Befreiungshalle und das Kloster Weltenburg zählen auch zu den meistbesuchtesten Touristenattraktionen in der Umgebung.

Dinge, die man in Regensburg machen muss

  • Einmal über die steinerne Brücke nach Stadtamhof spazieren
  • In einen Biergarten gehen (Tipp: Unter den Linden)
  • Die Stadtmaus am Haidplatz suchen
  • Eine Bratwurstsemmel der Regensburger Wurstkuchl genießen
  • Sich durch die Eisdielen durchprobieren

Mein persönlicher Geheimtipp

Sehr zu empfehlen ist ein Besuch des botanischen Gartens an der Uni Regensburg. Hier findet ihr viele schöne Plätze in der Natur, an denen ihr entspannen könnt. Außerdem ist der Eintritt kostenlos ;)

Sophia bloggt auf Sophias Welt über das Reisen und erkundet wunderschöne Orte rund um die Welt. Bevor ihr euren nächsten Urlaub plant, solltet ihr daher unbedingt auf ihrem Blog vorbei klicken – hier ist nämlich von Städtereisen bis hin zum Wanderurlaub für jeden was dabei.

MÜNCHEN (Gastbeitrag)

Zwar lebe ich nicht in München, sondern im Münsterland, allerdings habe ich mich als Geograph mit historischer Ausrichtung intensiv mit der Stadt auseinandergesetzt und möchte sie deswegen hier gerne einmal vorstellen.

Der Marienplatz

Der Marienplatz ist heute immer noch der zentrale Platz in der bayerischen Metropole und war es auch schon im Mittelalter. Die Bezeichnung Marienplatz erfolgte erst 1854, bis dahin war der große Platz schlicht der Markt oder der Schrannenplatz (=Getreideplatz). Hier fanden in der damals noch sehr überschaubaren Siedlung, die 1158 erstmals erwähnt wurde, die täglichen Märkte statt. An der Schäfflerstraße und der Augustinerstraße, die vom Marienplatz aus gesehen hinter der Frauenkirche verlaufen, war die Stadt damals bereits zu Ende.

Das Karlstor

Im frühen 14. Jahrhundert folgte dann eine großzügige Stadterweiterung, die über Jahrhunderte die Grenzen der Stadt markierte. Die Stadttore wie das Karlstor, das Isartor oder das Sendlinger Tor existieren heute immer noch, wenn auch nicht mehr in der ursprünglichen Form. Die jeweils gegenüberliegenden Stadttore sind heute nur noch zwei Stationen mit der U-Bahn voneinander entfernt. Ein Kupferstich von Merian zeigt München im 17. Jahrhundert mit den damaligen Festungsanlagen.

München in einem Kupferstich von Merian (1644)

Die Fußgängerzone, die den Marienplatz mit dem als Stachus bezeichneten Karlsplatz verbindet, wurde erst 1972 zur Olympiade eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde München zunächst gezielt als autofreundlich aufgebaut und der Stachus war vor dem Bau der Fußgängerzone zeitweise der verkehrsreichste Platz Europas. Ein weiterer Fußgängerbereich in der Altstadt, nämlich die Platzl-Gassen, wo sich auch das weltberühmte Hofbräuhaus befindet, wurde Ende der 80er in der heute bekannten Form gestaltet und soll eine urbayerische Atmosphäre repräsentierten. Monumentaler wirkt dagegen die Residenz im Norden der Altstadt mit ihrem Hofgarten.

Das Platzl

Die Residenz

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Festung aufgegeben und im 19. Jahrhundert erfolgte eine deutliche Stadterweiterung außerhalb der ehemaligen Festungsgrenzen. Neu hinzu kam unter anderem die Maxvorstadt, die sich durch ihre quadratischen Parzellen, repräsentativen Bauten und Denkmäler und monumentalen Plätze auszeichnet, etwa den kreisrunden Karolinenplatz. In diesem Stadtteil befindet sich auch die erst 1826 von Landshut hierher verlegte Universität und das nahe gelegene Siegestor markierte damals das Ende der Stadt, etwas dahinter befand sich das damalige Dorf Schwabing. Im Dritten Reich wurde München als „Hauptstadt der Bewegung“ bezeichnet und in der Maxvorstadt befanden sich viele Bauten der NSDAP. Der heute begrünte quadratische Königsplatz wurde in der NS-Zeit zu einer einheitlichen Granitfläche umgestaltet und diente als Feierplatz für die Partei. Hier befanden sich damals auch die sogenannten Ehrentempel, die an die Gefallenen des Hitler-Ludendorff-Putsches von 1923 erinnerten und nach dem Krieg gesprengt wurden.

Der Königsplatz

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden mit der Maximilianstraße und der Prinzregentenstraße neue Prachtstraßen angelegt, mit denen außerdem das Ostufer der Isar erschlossen wurde. Dort entstanden mit den Maximiliananlagen nicht nur Schmuckparks, sondern auch das Maximilianeum, worin sich heute der Bayerische Landtag befindet.

Die Maximilianstraße mit dem Max-II-Denkmal vom Maximilaneum aus gesehen

Ende des 18. Jahrhunderts wurde auch der Englische Garten außerhalb der damaligen Stadtgrenzen errichtet und diente zunächst zu militärischen Zwecken, wurde aber schon nach einigen Jahren zum Volksgarten umgewidmet. Im Gegensatz zu den geometrischen Formen der Barockgärten hat man hier gezielt geschlungene Wege angelegt, die natürlicher wirken sollen. Die Ausdehnung des Englischen Gartens hat sich im Laufe der Zeit verändert. Teile davon wurden bebaut, während in der Nachkriegszeit aber auch Erweiterungen hinzukamen, unter anderem das frühere Firmengelände von Kraus-Maffei. Heute umfasst der Englische Garten eine Fläche von 321 ha.

Der Englische Garten

Haidhausen war ursprünglich ein außerhalb der Stadt gelegenes Dorf, dessen Bewohner der Unterschicht angehörten. Nachdem 1872 der Ostbahnhof eingeweiht wurde, enstand dort mit dem Franzosenviertel ein neues Wohngebiet. Ursprünglich als bürgerliches Viertel geplant, wurde es faktisch zu einem Arbeiterviertel. Das Viertel zeichnet sich durch seinen geometrischen Grundriss mit kreisrunden Sternplätzen aus.

Der Weißenburger Platz in Haidhausen

Um die Jahrhundertwende sind einige Villenviertel in München entstanden. Relativ nah an der Altstadt wurden in Bogenhausen, das 1892 eingemeindet wurde, zwischen Sternwarte und Einsteinstraße zahlreiche prächtige Villen gebaut. Eine weitere Villenkolonie entstand in Gern in der Nähe des Schlosses Nymphenburg, was bis Ende des 19. Jahrhunderts noch ein Dorf außerhalb der Stadtgrenzen war. Eine Besonderheit ist, dass man dort gezielt Künstler ansiedeln wollte. Auch im Süden der Stadt entstand mit der Prinz-Ludwig-Höhe ein weiteres Villenviertel.

Villen in Bogenhausen

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich München stark verändert, neue Wohn- und Geschäftsviertel kamen hinzu. Zur Linderung des Wohnungsmangels errichtete man Großwohnprojekte, darunter auch das ab 1967 errichtete Viertel Neuperlach, das eine der größten Satellitenstädte Deutschlands wurde. Dazu gehört auch der in den 70ern erbaute Wohnring, eine Aneinanderreihung von Hochhäusern mit einem grünen Herz in der Mitte. Die Großwohnsiedlung im Hasenbergl im Norden der Stadt ist ein weiteres Beispiel.

Der Wohnring in Neuperlach

Mit den Olympischen Spielen im 1972 hat sich für die Stadt einiges verändert. Nicht nur die Fußgängerzonen wurden neu eingerichtet, sondern auch das U-Bahn-Netz in Betrieb genommen, dass seitdem kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben dem Olympiastadion mit dem berühmten Zeltdach des Architekten Frei Otto wurde auch der Olympiapark mit einem künstlichen See und einem künstlichen Hügel aus Bauschutt errichtet.

Der Olympiapark mit Olympiastadion

Das Olympische Dorf wurde nach den Spielen zu einem Wohngebiet mit Einkaufsmöglichkeit umgenutzt. Das besondere daran ist die Verkehrsberuhigung, denn alle Parkplätze sind unterirdisch und das Dorf somit komplett autofrei. In den Bungalows ist heute ein Studentenwohnheim untergebracht. In direkter Nachbarschaft dazu hat der BMW-Konzern sein riesiges Betriebsgelände.

Das Olympische Dorf

Nachdem der Flughafen vom Stadtteil Riem weit nach draußen ins Erdinger Moos gezogen ist, wurde das Flughafengelände zum Messegelände umgewidmet. Die Messe befand sich zuvor auf der Theresienhöhe, wo der Platz aber nicht mehr ausreichte. Neben der Messestadt in Riem wurde mit den Riem Arcaden außerdem noch ein Einkaufszentrum sowie ein komplettes neues Wohnviertel errichtet. Außerdem wurde aus Anlass der Bundesgartenschau 2005 ein großer Landschaftspark mit Badesee angelegt.

Riem vom „Rodelhügel“ aus gesehen

Ein ebenfalls sehr junges Stadtviertel ist die Parkstadt Schwabing im Norden des gleichnamigen Stadtteils, das 2000 auf einem ehemaligen Industriegelände gebaut wurde. In diesem Wohn- und Geschäftsviertel befinden sich mit den Highlight Towers auch die höchsten Bürohochhäuser der Stadt.

Die Parkstadt Schwabing

Es gäbe noch sehr viel mehr über München zu sagen, am besten ist es aber, sich direkt vor Ort ein Bild zu machen. Für Gruppen biete ich Stadtexkursionen durch München an, wobei sowohl die Innenstadt als auch die jüngeren Außenbezirke begangen werden können. Weitere Informationen unter http://www.muenchen-exkursion.de.


Am Sonntag, den 13. August führe ich unter dem Motto München außenrum außerdem eine ganztägige Gratis-Exkursion durch die äußeren Stadtteile durch, weitere Informationen dazu gibt es hier auf Rund um München: http://f-om-s.de/2017/07/30/ganztaegige-exkursion-durch-muenchner-stadtteile/.

Auf Dieniederlande bloggt Johannes über schöne Ausflugsziele und Orte im deutschen Nachbarland. Geht mit ihm auf Rundreise und lernt alles über die Highlights und versteckten Geheimtipps.

SCHLOSS GRÜNAU IM AUENZENTRUM

Kennt ihr eigentlich schon Schloss Grünau? Ein wunderschönes Jagdschloss im Auenzentrum bei Neuburg, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Besonders bei dem schönen Wetter der letzten Tage ist hier einiges los – zahlreiche Spaziergänger und Radler trifft man auf den Wegen.

Dabei ist das Schloss selbst nicht die Hauptattraktion. Zwar finden hier regelmäßig Krimidinner statt und die Location wird auch gern für Hochzeiten und andere Feste gebucht – ansonsten ist das Schloss aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Wer sich das Schloss ganz ohne Krimidinner oder Hochzeit gern mal von innen ansehen möchte, für den ist der Markt „Kunst Kultur Garten“ vom 25.-28. Mai eine gute Idee.
Für 6 Euro Eintritt kann man dort nicht nur Teile des Schlosses bestaunen, sondern auch Kunstwerke jeglicher Art.

Rund um das Schloss befindet sich das Auenzentrum. Hier gibt’s viele Themenwege, zum Beispiel „Zurück zur Natur“ oder „Die große Auenrunde“. Letztere führt über 26 km bis zur Staustufe nach Bergheim.
Zahlreiche Infotafeln stehen an allen Wanderwegen und machen den Spaziergang nicht nur für die Kleinen interessant.
Momentan blühen im Auenzentrum bei Schloss Grünau auch wieder wunderschöne Märzenbecher – wem also der Märzenbecherwald Ettenstatt zu klein ist, der kann es gern auch mal hier versuchen.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

SEALIFE MÜNCHEN

Heute verlassen wir das Altmühltal für einen Tagesausflug ins SeaLife München. Seit 2006 befindet sich die Einrichtung am Olympiapark. Hier leben rund 4000 Tiere aus Flüssen, Seen und dem Meer in 33 Becken. Von heimischen Fischarten bis hin zu Seepferdchen und einer Riesenmeeresschildkröte ist hier fast alles dabei, was im Wasser lebt.

Der Rundgang im SeaLife ist thematisch einer Reise angepasst.
Startpunkt ist die Isar, die durch die bayerische Landeshauptstadt fließt. Von hier aus geht es flussabwärts die Donau entlang ins Schwarze Meer. Anschließend folgen das Mittelmeer und der Tropen. So könnt ihr den Lebensraum verschiedenster Fischarten kennen lernen. Außerdem kommt ihr an einem Schwarmbecken vorbei, in dem mehrere Goldbrassen um euch herum schwimmen. Ein sehr eindrucksvoll gestaltetes Becken!

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Das absolute Highlight des Besuchs ist allerdings das Ozeanbecken. Mit einem Fassungsvermögen von etwa 400.000 Kubikmetern Wasser ist es das größte Becken des SeaLife. Die einzige Riesenschildkröte Bayerns, die etwa 1,50 Meter lange und 100 Kilo schwere Meeresschildkröte Gonzales, lebt hier. Sie ist erst 15 Jahre jung. Außerdem finden sich hier faszinierende Haiarten, wie der Ammenhai und andere bunte Fische. Da das Becken über den Gang reicht, hat man einen faszinierenden Rundumblick über das Treiben im Aquarium.

Das Münchner SeaLife ist eines von 20 Aquarien der SeaLife-Kette in Europa und für seinen Reichtum an Haiarten bekannt. Hier leben Ammenhaie, Tigerhaie oder Schwarzspitzen-Riffhaie. Außerdem könnt ihr im SeaLife Quallen, Seesterne und Seepferdchen beobachten. Ein großes Becken mit Rochen und Moränen ist ebenfalls einen Besuch wert.
Im SeaLife gibt es wechselnde Sonderausstellungen, wie momentan die „Dinosaurier der Meere“. Hier lassen sich Urzeittiere bestaunen, die noch heute ihren Lebensraum im Wasser haben. Dazu zählen seltene Krebsarten und Krokodile ebenso wie Muscheln.

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Das SeaLife München engagiert sich für verschiedenste Projekte, die das Leben der Meeresbewohner untersuchen und eine gesunde Entwicklung derer fördern wollen.
So ist das SeaLife Teil eines Korallenaufzuchtprojekts auf den Malediven. Durch speziell hierfür angefertigte Korallengitter, die ins Meer gelassen werden, soll das Wachstum der Korallen erhöht werden und so nach und nach zerstörte Korallenriffe wieder aufgebaut werden. Innerhalb von drei Jahren ist ein Korallengerüst vollständig besiedelt und bietet so auch Fischen neuen Lebensraum.
Ein solches Gerüst lässt sich im Miniaturformat ebenfalls im SeaLife bestaunen.
Ein weiteres Projekt, bei dem das SeaLife involviert ist, ist die Bekämpfung des Aussterbens von Blauhaien im Mittelmeer. Die Tiere leben in verschiedensten Meeren und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Durch Datensammlung über Wassertemperaturen, Bewegungen und Wanderrouten sollen die Verhaltensweisen des Meeresbewohners bekannt werden. Daraus erhofft man sich, die nötigen Schlüsse für den Schutz der Blauhaie ziehen zu können.

Einen Überblick über alle Bewohner des SeaLife München sowie Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen findet ihr hier.

Viel Spaß beim Entdecken,
Kerstin!

 

HERRENCHIEMSEE UND DIE FRAUENINSEL – herbstausflug

Ausflüge im Herbst haben viele Vorteile: Es ist nicht mehr so heiß wie in der Sommerzeit und außerdem sind oft – vor allem bei Tourismushochburgen – deutlich weniger Leute unterwegs. Das ist der Grund, weshalb wir uns für einen schönen Herbstausflug zum Chiemsee entschieden haben. Auf unserem Tagesprogramm: Die Herren- und die Fraueninsel.

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Zuerst ging es mit dem Auto nach Prien am Chiemsee. Nur wenige Kilometer entfernt von der Autobahn ist der Luftkurort super zu erreichen. Von dort aus ist es auch sehr leicht, Parkplätze zu finden. Wir haben etwas außerhalb des Ortes an einem öffentlichen, kostenfreien Parkplatz gehalten. Direkt an der Schiffsanlegestelle gibt es allerdings auch einen gebührenpflichtigen Parkplatz.

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Für 8,90 € pro Person geht es mit der Inseltour West zunächst zur Herreninsel. Aktuelle Preis- und Fahrplaninformationen findet ihr hier.
Dort findet sich nicht nur das berühmte Schloss Herrenchiemsee, sondern auch das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift. Es ist ein ehemaliges Kloster und zählt zu den ältesten Klosteranlagen Bayerns. Ganz im Norden der Insel befindet sich eine Kapelle aus dem Jahr 1697. Außerdem lässt es sich auf der Herreninsel wunderbar spazieren gehen.

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Das Schloss von König Ludwig II. ist und bleibt aber die Hauptattraktion der Insel. Es war als Hommage an den französischen Sonnenkönig, Ludwig XIV., gedacht. Diesen bewunderte Ludwig II. von jeher und wollte dessen Schloss Versailles auf Herrenchiemsee nachbilden. Das Schloss ist äußerst prunkvoll ausgestattet und kann im Rahmen einer sehr interessanten Führung besucht werden.
Allerdings: Im Gegensatz zu seinen anderen Märchenschlössern ist Herrenchiemsee nie fertiggestellt worden. Im Rahmen der Führung zeigen sich zwei Treppenhäuser – eines davon voller Prunk, ausstaffiert mit Kunstmarmor und sämtlichen Prunk, den man auf Königsschlössern erwartet. Das andere Treppenhaus ist nahezu in Rohform erhalten.
Ein überraschender Gegensatz, der aber dennoch interessant ist: So zeigt sich nämlich auch, wie ein solches Schloss hinter der schönen Fassade eigentlich aussieht.

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Nach unserem Besuch auf Schloss Herrenchiemsee ging es mit dem Dampfer weiter auf die Fraueninsel. Diese ist deutlich kleiner, in ihrer Schönheit aber dennoch nicht zu unterschätzen. Überraschenderweise ist diese Insel bewohnt – hier finden sich zahlreiche Cafés, Gasthäuser und sogar ein Bäcker. Das eigentliche Highlight der Insel ist aber das Kloster Frauenwörth. Das Benediktinerinnen-Kloster ist übrigens seit 30 Jahren durch die Förderation der Bayerischen Benediktinerinnen-Abteien unter anderem mit dem Kloster St. Walburg in Eichstätt eng verbunden. Außerdem kann man sich hier eine Auszeit nehmen und beispielsweise an einem Schweigeseminar teilnehmen.
Nach einem kurzen Rundgang auf der Fraueninsel ging es für uns mit dem Dampfer zurück aufs Festland.

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Habt ihr diesen Herbst noch Pläne für einen Ausflug? Wohin geht’s bei euch? Ward ihr vielleicht auch schon mal am Chiemsee unterwegs?