ROSI RÖSSLES STUTTGARTGALOPP WEITAB VOM GÄNGIGEN TOURISMUSMAINSTREAM (Gastbeitrag)

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Hallo liebe Leser des Altmühltaltipps-Blog, ich bin Rosi Rössle, ein kleines rosa Comicpferd und ich lebe in Stuttgart. Meine Schöpferin die Gute Mine hat mich geschaffen um euch die schöne Schwabenhauptstadt näher zu bringen. Stuttgart war nämlich einst eine Pferdestadt, besser gesagt hat der  Herzog Liudolf von Schwaben ursprünglich dort wo sich heute die kleine Hauptstadt in Kessellage befindet, ein Pferdegestüt gegründet.

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Das ist wirklich schon lange her, aber der alte Namen „Stuotgarte“, was so viel hieß wie Pferdegarten, ist in abgewandelter Form bestehen geblieben. Heute gibt es in Stuttgart, bis auf das Wappen nicht mehr so viele Pferde und wahrscheinlich ist den meisten von euch Stuttgart eher wegen seiner Pferdestärken bekannt. Diese ziehen jährlich jede Menge Touristen ins Mercedes- und Porschemuseum. Mit Sicherheit sehr Sehenswert, ich möchte euch aber in meinem Beitrag 3 Stuttgartgalopps weitab vom gängigen Tourismusmainstream vorstellen.

West – Galopp: Über kleine Seen, auf Trümmerhöhen hin zu feudalen Gärten

Unser kleiner Ausritt beginnt am Bismarkplatz, im Stuttgarter Westen. Hier findet an den Samstagen immer ein kleiner Wochenmarkt statt. Bevor es so richtig losgeht, können wir uns auf dem Markt lecker Proviant kaufen, oder uns im kleinen Restaurant Lumen in der Schwabstraße nochmal so richtig stärken. Hier gibt es am Wochenende tolles Frühstück und an den Mittagen einen kleinen aber feinen Mittagstisch.

Im Anschluss traben wir entweder auf den Hufen durch einen kleinen Teil des Stuttgarter Westens, oder fahren mit der U-Bahn zum Herderplatz. Von dort erklimmen wir nun durch den Wald die Anhöhe zum Birkenkopf. Der Birkenkopf, wird von den Stuttgartern auch „Monte Scherbelino“ genannt, da er aus einer Anhäufung von Trümmern aus dem zweiten Weltkrieg entstanden ist. Ein Teil dieser Trümmer kann  man heute noch an der Spitze des Birkenkopfs sehen. Neben diesem historischen Denkmal, besticht der Birkenkopf mit einer wundervollen Aussicht auf Stuttgart und Umgebung. Für wen der Aufritt vom Stuttgarter Westen übrigens zu beschwerlich ist, der kann auch mit dem PKW auf dem Parkplatz am Fuße des Birkenkopfs parken oder den Bus nehmen. Wer sich im Sommer auf den Birkenkopf wagt, der kann sich zudem an den vielen kleinen Eidechsen erfreuen, die sich gerne auf den heißen Steinen sonnen.

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Unser Weg führt nun hinab vom Birkenkopf in den Wald (Zugang vom Parkplatz, hinter der Bushaltestelle), die Hasenbergsteige hinunter zurück in die Stadt. Von dort machen wir einen Abstecher auf die Karlshöhe. Im Schatten der großen Bäume treffen sich hier in den Sommermonaten viele Stuttgarter zum Grillen oder einfach nur um sich in der Höhenlage zu sonnen. Eine kleine Rast im Biergarten der Karlshöhe mit Ausblick auf Stuttgart lohnt sich alle mal. Mit einem flotten Ritt hinab zur Reinsburgstrasse verlassen wir die Karlshöhe.

Unser erster Ausritt endet am Feuersee, dies ist ein kleiner Löschsee der den Rahmen für die alte Johanneskirche bildet, welche unter den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges litt und nur zum Teil wieder aufgebaut wurde um den nachfolgenden Generationen als Mahnmal zu dienen. Seit der Sanierung des Feuersees, ist dieser in den Sommermonaten zu einem beliebten Abendtreffpunkt geworden. Viele Stuttgarter setzen sich mit Getränken auf die Treppen zum See, was schon fast ein mediterranes Flair versprüht. Am besten setzen wir uns auch gleich dazu und lassen den Tag ausklingen.

Süd-Galopp: Alte Bahnen, berühmte Gräber und goldene Weinberge

Der Südgalopp beginnt am Südheimerplatz, denn von dort erklimmen wir mit der historischen Standseilbahn die Höhenlage. Die Standseilbahn ist der direkte Weg zum Waldfriedhof, auf dem man viele Gräber von Stuttgarter Berühmtheiten aufsuchen kann. Vom Waldfriedhof führt uns ein Weg durch ein kleines Stück Wald zum Dornhaldenfriedhof, auf welchem die RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Dieses Begräbnis hat damals in Stuttgart für ganz schön viel Unruhe gesorgt.

Hier reiten wir nun ein Stück des Blaustrümpfelweges durch den Dornhaldenwald entlang. Achtung! Nicht erschrecken! Hier kreuzt Stuttgarts Downhillstrecke den Wanderweg und mit etwas Glück, sehen wir auch den ein oder anderen Fahrer bei seinem Ritt auf dem sportlichen Drahtesel. Vom Wald aus kann man nun entweder gemütlich durch die Weinberge traben (besonders schön in den Herbstmonaten), oder von der Haltestelle Uhlandshöhe mit der Zacke (Zahnradbahn) zum Marienplatz fahren. Ich fahre besser mit der Zacke, da hat man einen schönen Ausblick auf Stuttgart und man schont die Hufe.

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Am Marienplatz angekommen, sollte man in den Sommermonaten auf jeden Fall ein Eis in der Gelateria essen. Hier findet man die verrücktesten Eissorten und wahrscheinlich das beste Eis der Stadt. Da kann man die lange Schlange ruhig mal in Kauf nehmen. Um richtig urig zu Abend zu essen, gehen wir in die Weinstube zur Traube. Hier gibt es typisch schwäbisches Essen und Wein! Oje, ganz schön voll! Man hätte wohl vorab besser reserviert!? Wir quetschen uns einfach irgendwo dazu.

Nord-Galopp: Von Politikern, Architekten und Landschaftsbau

Diesmal starten wir in Höhenlage am Bismarkturm, von hier gibt es wieder einmal eine tolle Aussicht auf die Stadt. Vorbei an schönen Häusern, statten wir dem ehemaligen Wohnsitz des ersten Bundespräsidenten Theodor-Heuss einen Besuch ab. Neben den erhaltenen Wohnräumen wurde hier ein kleines Museum eingerichtet, in dem man Geschichte und das Leben des Bundespräsidenten erleben kann. Von dieser historischen Stätte haben wir es nun nicht weit zur berühmten Weißenhofsiedlung. Diese Siedlung im Stile des Bauhaus, wurde in den 20er Jahren im Rahmen einer Ausstellung gebaut. Im Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret befindet sich heute ein Museum, in der die Geschichte der Weißenhofsiedlung dokumentiert ist. Nach so viel Hafer fürs Gehirn, geht es in einem entspannten Trab durch den Höhenpark Killesberg, der anlässlich der Landesgartenschau gestaltet wurde, das merkt man der schönen Parkanlage bis heute an. Mit Kindern bietet es sich auch an eine kleine Runde mit der Killesbergbahn zu drehen und einen Abstecher zum kleinen Streichelzoo zu machen, hier wohnen auch ein paar meiner Verwandten und Freunde. Vom Höhenpark reiten wir dann weiter in den Rosensteinpark zurück in Richtung Stadt. An den Mineralbädern endet der Ausritt im Flora und Fauna, hier können wir den Tag in Biergartenatmosphäre ausklingen lassen. Die U-Bahn hält zum Glück gleich nebenan.

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Puh, nach diesen Ausritten sind meine Hufe nun ganz schön abgewetzt! Aber ich freue mich, wenn ihr mich mal besuchen kommt. Natürlich solltet ihr euch die klassischen Ausflugsziele wie den Fernsehturm, das Mercedes- und Porschemuseum, die Wilhelma, den „Jahrhundertbahnhof“ und die Stuttgarter Innenstadt nicht entgehen lassen, aber das schafft ihr schon alleine. Und wer weiß, vielleicht trefft ihr ja auf ein kleines rosafarbenes Rössle?! Traut euch auf jeden Fall es anzusprechen, denn so grummelig und eigenbrötlerisch wie man es den Schwaben nachsagt, sind sie nicht.

Allerliebst Rosi Rössle

Wie die Zeichnung von Rosi Rössle schon vermuten lässt, ist Jasmin von Gute Mine eine begnadete Zeichnerin. Auf ihrem Blog zeigt sie das immer wieder durch viele Bilder und passende Geschichten dazu. Kein Wunder also, dass sie ihren Blog als Bilderbuchblog bezeichnet.
Neben tollen Zeichnungen und Geschichten erwarten euch auf Jasmins Blog aber auch Tipps, Buchempfehlungen und vertritt in der Rubrik „REAL TALK“ ihre Meinung zu verschiedenen Themen.

 

2 Gedanken zu “ROSI RÖSSLES STUTTGARTGALOPP WEITAB VOM GÄNGIGEN TOURISMUSMAINSTREAM (Gastbeitrag)

  1. gutemine9 schreibt:

    Liebe Kerstin,
    vielen Dank für die Veröffentlichung meines Gastbeitrages. Es hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog und verfolge weiterhin deine tolle Gastbeitragsreihe!
    Allerliebste Grüße aus Stuttgart
    Mine

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