HAMBURG, MEINE PERLE (Gastbeitrag)

Heute darf ich euch auf die Reise mitnehmen. Wieder geht es bei „Einmal quer durch Deutschland“ in den Norden des Landes. Und zwar in die Freie und Hansestadt Hamburg. Die schönste Stadt der Welt, wie wir dort sagen. Hamburger sind nicht unbedingt für ihre Bescheidenheit bekannt.

Hamburg Rathaus Alster

Das Venedig des Nordens

Die zweitgrößte Stadt Deutschlands liegt direkt an der Elbe. Diverse künstliche Wasserwege – Fleete genannt – ziehen sich quer durch die Innenstadt. Zusätzlich haben wir noch die Alster, einen zum zweiteiligen See aufgestauten Fluss im Zentrum. Darum haben wir sogar mehr Brücken als Vendig!
Ok, die Hochbrücken unserer U-Bahn, die in der Stadt Hochbahn heißt und oft über den Straßen fährt, werden dabei mitgezählt. Viele sind es trotzdem.

An den Fleeten gibt es Villengebiete mit privaten Anlegern, Bürogegenden mit Pausenterrassen am Wasser und diverse Parks und wilde Grünflächen. Man kann sich an vielen Stellen Tretboote oder Kanus mieten oder mit überdachten und beheizten Booten Alster- und Fleetfahrten mitmachen. Dabei sieht man bedeutend mehr als bei den wesentlich touristischeren Fahrten durch den Hafen.

Alles südlich der Elbe gehört zum Stadtteil Harburg. „Echte“ Hamburger scherzen gerne, dass unterhalb der Elbe ja eigentlich schon Bayern sei. Harburger kontern dann mit „Und im Norden beginnt gleich Dänemark!“

Hamburg Hafen Kran

Der Hamburger Hafen

Der größte Teil des Hafens mit seinem internationalen Containerumschlag ist nur mit besonderer Erlaubnis zu betreten. Der „zivilere“ Teil, die Landungsbrücken und die Hafencity, sind touristische Aushängeschilder und oft sehr überlaufen. Trotzdem sollte jeder Besucher einmal über die Elbpromenade geschlendert sein, sich von den Möwen das Fischbrötchen klauen lassen und die ein- und auslaufenden Ozeanriesen bestaunen.
Endlich fertig ist die teure und imposante Elbphilharmonie, von deren Aussichtsplattform man einen schönen Blick über die Speicherstadt, ein Unesco Weltkulturerbe, hat. Elbaufwärts zieht sich die Hafencity, unser neuester Stadtteil. Dort wechseln sich Baustellen mit modernster Architektur und alten Backsteingebäuden ab.

Hamburg Speicherstadt

Die angebotenen Hafenrundfahrten können ganz nett sein, günstiger ist jedoch eine Fahrt mit der Fähre des ÖPNV.
Ein besonderer Tipp am Hafen ist Harrys Hafenbasar http://www.hafenbasar.de/ , eine Art Kuriositätenmuseum im Stil alter Wunderkammern.

Reeperbahn und Fischmarktbummel

Fußläufig vom Hafen liegt die sündige Meile der Reeperbahn. An den Wochenenden drängt sich dort das auswärtige Partyvolk in unzähligen Clubs, Bars und Theatern, dazwischen marschieren Leichte Mädchen und Junggesellenabschiede auf und ab.
Kann man anschauen, muss man aber nicht. Die meisten Hamburger gehen zum Feiern sowieso eher nach Ottensen oder in die Schanze – zwei Stadtteile mit vielen kleinen und eher individuellen Läden. Allerdings gibt es in St.Pauli, wie der Stadtteil um die Reeperbahn heißt, die beste Eisdiele der Stadt. https://www.luicellas.de/

Gemeinsam ist den Feiernden, dass man sich Sonntag früh auf dem Fischmarkt trifft. Das ist wirklich ein Markt, mit Obst und Gemüse, aber auch mit keifenden Fischhändlern, schwatzenden Bonbonverkäufern und Party-Ausklang beim Frühschoppen in der alten Fischauktionshalle.

Unternehmungen in Hamburg

Neben den Wasserwegen und den Hafen gibt es auch relativ viel Wasser von oben. Hamburg hat mehr Regentage als London! Aber die Niederschlagsmenge ist geringer, was zu einer größeren Menge an wolkenverhangenen Tagen mit feinem Sprühregen führt. Gepaart mit eher nordischen Temperaturen und oft kräftigem Wind nennt man es das „Hamburger Schmuddelwedder“. Regenschirme taugen übrigens wenig, dazu bläst es zu stark.

Das macht nichts, denn Hamburg hat über 50 Museen, noch mehr Theater, diverse Kinos und andere Dinge, die ein Dach über dem Kopf bieten.

Bei kurzfristigem Regen am Hafen lohnt sich ein schneller Besuch im kostenlosen Zollmuseum, historisch Interessierte nehmen das Hamburgmuseum und für die bildenden Künste gibt es gleich eine ganze Reihe Häuser mit wechselnden Ausstellungen. Und das duftende Gewürzmuseum oder die Mumien im Völkerkundemuseum sind auch für Museumsmuffel eine gute Wahl.

Das Miniaturwunderland am Hafen ist natürlich alles andere als ein Geheimtipp. Aber ich werde nicht müde zu betonen, dass es immer eine gute Wahl ist! Auch für Leute wie mich, die keine Modelleisenbahnen mögen. Aber das gesamte Gelände ist so liebevoll gebaut, mit so vielen lustigen oder merkwürdigen Szenen zum Entdecken, dass die Züge eh völlig nebensächlich sind. Wer es nicht so voll mag, kann auf der Homepage schauen, wann generell wenig Gäste erwartet werden. Besser sind aber die „Langen Nächte“, bei denen nach normalem Torschluß eine stark begrenzte Anzahl Leute auf der Anlage bleiben darf. Bei der Luxusvariante gibt es sogar noch zu den einzelnen Abschnitten passenden Fingerfood und Getränke.

Hamburg Landungsbrücken

Festival und Straßenfeste

Eigentlich ist in der Stadt immer irgendwo etwas los. Wenn nicht gerade eines der großen Events am Hafen stattfindet, gibt es sicher ein Filmfestival, Kulturfest oder Kunstmarkt. Dreimal im Jahr schlägt der Dom, unser Jahrmarkt, für vier Wochen in Innenstadtnähe seine Zelte auf. Die Sommerwochenenden sind voller Straßen- und Stadtteilfeste. Und jeden Donnerstag findet der Straßenmampf auf dem Spielbudenplatz in der Mitte der Reeperbahn statt. Eine Art kleines Streetfood-Foodtruck-Treffen in wechselnder Besatzung.

Von den unzähligen Wochenmärkten ist der Isemarkt eine besondere Perle. Er findet Dienstag und Freitag Vormittag unter der Hochbahnlinie zwischen den Haltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum statt und bietet neben einer guten Auswahl an Obst und Gemüse auch selbstgemachte Nudeln, vegane Backwaren und sehr viel Fisch und Meeresfrüchte.

Parks und Grünflächen

Hamburg ist eine sehr grüne Stadt. Neben mehreren großen Parks hat jeder Stadtteil seine eigenen kleinen Flächen, oft mit Wasser, Spielplätzen und Erholungsmöglichkeiten. Geocacher finden dort einige sehr schöne Runden, Jogger gute Rennstrecken und alle zusammen Grillflächen für die wenigen warmen und trockenen Tage. Die große Stadtparkwiese gegenüber des Planetariums ist extra dafür freigegeben und wer zu spät kommt muss lange einen freien Platz suchen.

Planten un Blomen in der Innenstadt ist der alte botanische Garten, gepaart mit Flächen vergangener Gartenschauen. Im warmen Halbjahr gibt es dort regelmäßige, abendliche Wasserspiele mit Musik. Und der kleine japanische Garten bietet Teezeremonien an. Nichts davon kostet Eintritt, nicht mal der Besuch im kleinen Tropenhaus.

Hamburg Friedhof Ohlsdorf

Der Friedhof Ohlsdorf, einer der größten Parkfriedhöfe der Welt, eignet sich auch zum Spazieren. Das mag sich merkwürdig anhören, es stimmt aber. Es gibt unzählige bewachsene Wege und Strecken zwischen riesigen Rhododendren, auf denen man nicht bemerkt, dass man sich auf einem Friedhof aufhält. Und auf den Straßen, die über den Friedhof führen, fahren sogar zwei Buslinien.
Abgesehen davon, kann man natürlich auch die Gräber einiger Berühmtheiten besuchen.

Vier Dinge, die man in Hamburg machen muss

  • Franzbrötchen essen. Das süße Plundergebäck ist absolut regional und manchmal schon 10 km außerhalb der Stadtgrenzen nicht mehr zu bekommen. Passt als Frühstück, zum Kaffee oder einfach zwischendurch.
  • Hochbahn fahren. Und glaubt mir – der öffentliche Nahverkehr mag nicht günstig sein aber ihr wollt ganz, ganz sicher kein Auto fahren. Schon gar nicht in der Innenstadt oder am Hafen. Und die Aussicht ist super.
  • Ob Platt fluchen. Wenn man schon kein Plattdeutsch spricht, dann lohnen sich wenigstens die Schimpfwörter. Zum Beispiel: Tünbüddel! Dösbaddel! Klei mi ann Mors!
  • Auf den Michel steigen. Unsere Hauptkirche bietet vom Turm einen tollen Blick. Es gibt einen Fahrstuhl aber wenigstens eine Richtung sollte man zu Fuß gemacht haben.

Melanie bloggt auf Traumchen.de Rezepte, DIYs und übers glücklich sein. Schaut doch mal bei ihr vorbei und findet heraus, wie schön es ist, Dinge selbst zu machen – und auch nur halb so schwer wie meist anfangs gedacht 😉
Für mich persönlich ist der Beitrag über Hamburg ein kleines Highlight – ich war dort bereits vor 5 Jahren und besuche die Hafenstadt diesen Herbst erneut. Melanies kleine Geheimtipps wie den Hafenbasar und die Eisdiele habe ich mir deshalb gleich mal notiert 🙂 Danke dafür!

2 Gedanken zu “HAMBURG, MEINE PERLE (Gastbeitrag)

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